Der freie Atem

die Durchgestaltung des Körpers - die Durchgestaltung des Lebens

Der Atem steht sowohl mit dem Körper, als auch mit der Psyche in engster Verbindung. Ein “Befreien” und Entwickeln des heute fast immer beladenen Atems durch die Atem- und Körperübungen eröffnet daher vielfältige und auch tiefgreifende Möglichkeiten und Perspektiven für das Leben und die Gesundheit.

Schon in der früheren östlichen Medizin hatte die Luft und damit der Atem für den Menschen eine große Bedeutung. Jedoch lassen sich die östlichen Atemübungen nicht so einfach von uns modernen und stark intellektuell geprägten Menschen übernehmen.

Heinz Grill, der Begründer des Neuen Yogawillens und der freien Atemschule am Gardasee entwickelte in mittlerweile fast 40 jährigen Forschungsarbeit und Anwendung die Körper-, Atem und Yogaübungen weiter, so dass sie für den heutigen intellektuellen und überreizten Menschen eine große Hilfe sein können. Unter anderem erforschte Heinz Grill vier verschiedene Atemformen, die mit den 4 Hauptorganen (Herz, Lunge, Leber und Niere) und deren seelischen Qualitäten in naher Beziehung stehen. Diese 4 wichtigen Organe können auf sehr praktische Weise durch die leicht erlernbaren Atemübungen angesprochen und gestärkt werden.

Nieren

Flankenatmung 

welche auf Weite und Leichtigkeit ausgerichtet wird

Leber

Tiefenatmung

welche auf die Tiefe und Konzentration ausgerichtet ist

Herz

Mittenatmung

welche auf die Innerlichkeit und Zentrierung ausgerichtet ist

Lunge

Schlüsselbeinatmung

welche auf die Sensibilität ausgerichtet ist

Der wirklich nachhaltige Wert aller Atemübungen des freien Atems liegt jedoch nicht allein in der mechanisch-methodischen Anwendung. Sie sind Körperübungen und Bewusstseinsübungen und betreffen daher auch den Körper, die Seele und den Geist im Menschen.

In einer einfachen Form kann es z. B. bedeuten, dass der Übende im Praktizieren der Übungen den Atem und die Luft nicht nur benutzt. Er beobachtet wahrnehmend den Atem mit einer entsprechenden Vorstellung und kommt dadurch zu einem realen Erleben des leichten, beweglichen und weiten Luftelementes. Dieses reale Erleben führt unmittelbar das Bewusstsein, den Atem und auch den Körper in mehr Leichtigkeit, Beweglichkeit und Gesundheit.

In einer erweiterten Form lernt der Übende den Atems mit seinen 4 Qualitäten, mit seiner großen Bedeutung für den Körper und für die Seele nach und nach sehr kennen und erleben. Dies eröffnet dem Menschen sehr weitreichende neue Schritte und Perspektiven. Er kann zunehmend freier, selbstbestimmter und mit viel mehr Möglichkeiten dem Leben begegnen und es gestalten.

Gelingt es dem Menschen diese weitreichenden inneren und äußeren produktiven Schritte zu entwickeln, so erleben wir hierdurch den größten Fortschritt und auch die größte gesundheitliche Unterstützung, die wir mit ca. 90 % einschätzen.


Pioniere der Atemforschung:

In der Vergangenheit haben bereits bedeutende Forscher auf dem Gebiet des Atems und der Atemtherapie Großartiges geleistet, die im Eingang dieser Seite eine Erwähnung finden sollen:

Dr. Johannes Ludwig Schmitt (1896 - 1963) bemühte sich stets um das Wissen über die Einheit des Sichtbaren mit dem Unsichtbaren in seiner Anschauung zum Atem.

Das Studium fernöstlicher, ägyptischer und griechisch-römischer Überlieferungen über den Atem gab Dr. Schmitt den Asporn, die Lehre vom Atem wissenschaftlich zu vertiefen und die Atemtherapie  zum Kernpunkt seines erfolgreichen Heilens zu machen.

Günther Braunger (1933 - 1999), zuerst ein Patient dann Schüler von Dr. Schmitt, war ein praktischer Forschergeist, zuerst auf dem Gebiet der Atemtherapie und später auf dem Gebiet der Astromedizin. Er erweiterte aufgrund seines hohen persönlichen Arbeitseinsatz und seinem großen Forschergeist z.B. das Verständnis von Atem und Yoga und erweiterte immer weiter seine Diagnose und Behandlungsformen, die er erfolgreich in seiner Praxis einsetzte. Er hatte die herausragende Fähigkeit,  die seelische Dimension mit der praktischen Arbeit zu verbinden. Seine Gedanken haben bis heute noch Gültigkeit.

Prof. Ilse Middendorf (1910 - 2009) prägte den Begriff des “Erfahrbaren Atems”. Das Ziel dieser Atemtherapie ist über Selbsterfahrung die positiven und stärkenden Kräfte eines Menschen zu wecken. Sie trug viel dazu bei, dass der Atem in seiner Bedeutung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und Therapie wieder gesehen wurde.

Rudolf Steiner (1861-1925) hat zu seiner Zeit ausführlich darauf hingewiesen, dass für die Entwicklung und Befreiung der Seele und des Atems, Atemtechniken alleine nicht mehr ausreichen. Für eine Durchlichtung und Entwicklung der Seele benötigt es eine Auseinandersetzung mit lichteren und tieferen Vorstellungen und Empfindungen. Diesen Prozess bezeichnete er als Lichtseelenprozess, der in seiner Tragweite und Fülle in der Literatur von Rudolf Steiner zu finden ist (z. B. im “Wege der Übung”, S. 59ff).

Heinz Grill, geb. 1960,  prägte den Begriff des freien Atems. Er hat die Atmung seit über 25 Jahren sehr tief und differenziert erforscht. Hieraus entwickelte er umfassende Erläuterungen, praktische Übungen und therapeutische Möglichkeiten. Zugleich ist damit ein Weg zu einer weitreichenden Persönlichkeitsentwicklung gegeben, welcher viele Anregungen beinhaltet, um nach und nach den Körper und sogar das gesamte Leben auf eine neue Weise zu organisieren und durchzugestalten. Er forscht, lehrt und lebt im Norden von Italien.

Der hier beschriebene freie Atem basiert auf der langjährigen Forschungsarbeit von Heinz Grill, wie auch auf den von Rudolf Steiner erstmals beschriebenen Lichtseelenprozess.

Wirkungen auf die Gesundheit:

 

Die körperliche Gesundheit wird durch den freien Atem in vielfacher Weise gefördert. Der freie Atemfluss führt z. B. über eine günstige Sauerstoffversorgung und durch eine „innere Massage“ der Organe (z.B. der Leber) zu einer günstigen Belebung des ganzen Körpers. Daher haben die heute häufig vorhandenen „Blockaden“ der Atmung großen Einfluss auf die physische Gesundheit. Der freie Atem ist deshalb sehr wertvoll zur Prophylaxe und für die Therapie.

Auch die Psyche gewinnt durch die Übungen und durch die erlebnisreiche und bildhafte gedankliche Arbeit mit ihnen mehr Freiheit und mehr Handlungsmöglichkeiten. Die Psyche wird aus den häufigen alten Mustern, einengenden Ängsten förmlich befreit. Diese Befreiung und auch Erweiterung des Bewusstseins anhand der Übungen und dem speziellen Umgang mit diesen bringt Ruhe und Übersicht, die dann neue Ideen und mutige Schritte möglich machen. Der Atem gewinnt wieder seine kosmische und freie Weite.  

 Ein in die Zukunft gerichteter und  gewagter Gedanke

Der Mensch könnte sich einmal ein kühnes und gewagtes Ziel setzen. Er könnte sich vornehmen, dass der Luftraum an dem Ort, an dem er lebt, er sich bewegt und mit anderen in Kontakt tritt zu einem regelrechten Luftkurort entwickelt wird. Bekannt ist ja, dass die umgebende Luft (Atmosphäre) entweder einen förderlichen oder belastenden Einfluss auf den Menschen nimmt und auch der Mensch auf seine Umgebung förderlich oder belastend wirkt. Diese Wirkung des Menschen auf seine Umgebung kann er bewusst bestimmen. Aus einer seelisch-geistigen Sicht bestimmen die gedachten und gesprochenen Gedanken und Empfindungen entscheidend die Qualität der Luft. Je klarer, wahrer und freier die Gedanken und Empfindungen im menschlichen Miteinander gebildet werden, desto klarer und freier wirken sie auf die Umgebung. Verwirrende bis hin zu lügnerischen Gedanken im Miteinander haben eine gegenteilige Wirkung, sie vergiften, verschließen oder verdunkeln förmlich die Atmosphäre. So kann der Mensch durch ein Gespräch, in dem günstige Gedanken und  Empfindungen geformt werden, einen heilsamen Luftkurort erschaffen.